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Das „Forum gegen das Verdrängen und Vergessen“ versteht sich als eine
gemeinnützige Initiative, die sich unter dem Gedanken
zivilgesellschaftlichen Engagements der wissenschaftlich-historischen
Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Rolle der Ärzteschaft
während des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur widmet.
Der auffallend hohe Organisationsgrad von Ärzten in den jeweiligen
Partei- und Überwachungsapparaten lässt vermuten, dass den Medizinern
keine unpolitische Rolle zukam.  Die These vom „unpolitischen" Arzt
ist für keine Zeit richtig.
So muß die Frage beantwortet werden, warum die beiden Unrechtsregimes
gerade auf große Teile der Ärzteschaft eine solche Faszination ausüben
konnten.
Ferner wollen wir versuchen, die Annahme zu widerlegen, dass es sich
bei den medizinischen Tätern nur um Außenseiter handelte; verfügten
sie doch vielmehr in aller Regel über eine exzellente akademische
Ausbildung und Karrierechancen, die sie durch ihre aktive Mitwirkung,
sei es an der Vernichtungs- und Rassenpolitik während der NS-Zeit, sei
es an der Unrechts- und Verfolgungspolitik während der SED-Diktatur,
weiter beförderten.
Wir, die Vereinsgründer, medizinisch-historisch interessierte
Akademiker, müssen konstatieren, dass eine gründliche Aufarbeitung der

Rolle des Ärztestandes im NS-Regime nur zögerlich in Angriff genommen
wurde, und dass heute, im wiedervereinten Deutschland, noch immer
versucht wird, die weitreichende Einbindung der Ärzteschaft in das
System des Verbrechens herunterzuspielen. Ganz ähnlich verhält es sich
mit der Aufarbeitung der Rolle der medizinischen Eliten im DDR-System.
Verzeichnete die NS-Täterforschung durch die beiden großen
zeitgeschichtlichen Dispute der 1990er Jahre – die „Goldhagen-Debatte“
und die vehement geführte Kontroverse um die „Wehrmachtsausstellung“ –
neue Impulse, so wird heute in weiten Teilen der gesellschaftlichen
Öffentlichkeit ein teilweise bagatellisiertes wie auch verklärtes Bild
vom Unrechtssystem der DDR dargestellt.
Eben nicht durch Verdrängen und Vergessen, sondern nur durch Erinnern
und Auseinandersetzen, unabhängig von persönlicher Schuld, wird die
Voraussetzung geschaffen, dass jede Generation ihren eigenen Zugang
zur Geschichte entwickeln kann. Deshalb ist ein Schwerpunkt unserer
Arbeit das Einbeziehen von Zeitzeugen, um die Vergangenheit besser
verstehen zu können.
Wir wollen alle Interessierten, aber auch Opfer und Täter, ermutigen,
sich bei uns einzubringen und zu engagieren, um den Dialog und die
Erinnerung aufrecht zu erhalten.
Ohne Erinnerung gibt es keine Zukunft !
 
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